STADT RODING
Der Bürgermeister


Verleihung des Umweltschutzpreises 2000

Werte Gäste!

Jahrelang war es selbstverständlich, dass der Umweltschutz bei den Meinungsumfragen an der Spitze dessen stand, was den Bürger am meisten auf den Nägeln brannte.
Die Zeiten haben sich, wie wir alle wissen, geändert.
Die Menschen beschäftigt heute vor altem, ob sie ihren Arbeitsplatz behalten bzw. wieder einen neuen bekommen.
Dennoch ist der Umweltschutz nicht in den Hintergrund getreten, sondern für alle präsent.
Der Stadtrat hat vor Jahren den Umweltschutzpreis eingeführt, um damit Mitbürger auszuzeichnen, die einen besonderen Augenmerk den Belangen des Umweltschutzes widmen.
Aber nicht nur das ist erforderlich, um den Umweltschutzpreis der Stadt Roding zu bekommen, sondern auch der Einsatz von viel Freizeit und jede Menge Idealismus sind gefordert.
Die Auszeichnung mit dem Umweltschutzpreis stellt ein öffentliches Lob für dieses Engagement dar.
Dieses Lob wird heuer dem Imkerverein Roding e.V. zuteil.
Am 08. März 1870 war der Gründungstag des Imkervereins in Roding. Das Gründungsprotokoll befindet sich im Archiv des Landratsamtes Cham. Mit seinen 130 Jahren zählt dieser Verein zu den ältesten Imkervereinen des Landkreises. Von der Gründungszeit an wurden Wanderversammlungen in Nittenau, Bruck und Walderbach abgehalten.
Bedingt durch das bessere Umweltbewusstsein und das große Engagement der Vorstandschaft begann in den 80-iger Jahren ein erneuter Aufschwung des Vereins.
Die Erbauung eines neuen Lehrbienenstandes Im Jahre 1991 und 1992, die unter enormer Eigenleistung erfolgte, dokumentiert das. Die Einweihung des neuen Lehrbienenstandes fand am 06. Juni 1993 statt. Durch weiteres Engagement und hohe Eigenleistung wurden in den Jahren 1994 - 1996 Sanitäranlagen und ein Abstellraum dazu gebaut.
Aber nicht nur bei Baumaßnahmen sind die Mitglieder des Imkervereins aktiv, sondern der Verein hält auch Schulungen und Anfängerlehrgänge für solche Personen ab, die sich für dieses Hobby interessieren.
Verstärkt wird in die Öffentlichkeitsarbeit investiert, so dass Vereine und Schulklassen immer wieder den Lehrbienenstand besuchen und sich dort Informieren.
Dass diese Öffentlichkeitsarbeit sehr wichtig ist, beweist die Tatsache, dass die Anzahl der Bienenvölker und der Imker stetig zurückgeht.
Bei einer Viehzählung im Jahre 1913 im Amtsbezirk Roding wurden 2911 Bienenstöcke gezählt.
Heute werden nur noch 450 Bienenvölker betreut
Der Imkerverein hat derzeit 42 Mitglieder. Wer weiß wie viel Arbeit die Pflege der Bienenstöcke macht, weiß auch, dass hier die kleine Mitgliederzahl sehr stark gefordert ist. Die Honigbiene kommt in der Reihenfolge der tierischen Produktion gleich hinter den Rindern, Schweinen und dem Geflügel.
Der Produktionswert aus der Honig- und Wachserzeugung übersteigt in Deutschland jährlich 200 Mio. DM. Der volkswirtschaftliche Nutzen, den die Bienenvölker mit der Blütenbestäubung erbringen, wird auf das mindestens 10-fache der Wachs- und Honigproduktion geschätzt
Es ist unbestritten, dass die Lebensbedingungen für die Bienen in unserer Umwelt immer schlechter geworden sind.
Der Gesetzgeber hat dies erkannt und die Honigbiene unter Schutz gestellt, denn 83% der Nutz-, Zier-, Wildsträucher und Obstbäume werden durch Bienen bestäubt,
Ich habe mir sagen lassen, dass Mitglieder bei den Imkervereinen besonders ausgeglichene und körperlich stabile Personen sind. Für nervöse Menschen ist die Bienenzucht als Hobby denkbar ungeeignet.
Der Imkerverein Roding hat seit Jahren, wie die Vereinsgeschichte beweist, auftretende Schwierigkeiten gemeistert.
Im Namen des Stadtrates und auch persönlich darf ich Ihnen, Herr Vorsitzender Ederer mit Ihrer Vorstandschaft und Ihren Mitgliedern sehr herzlich zur Auszeichnung und Verleihung des Umweltschutzpreises gratulieren und mit einer Bitte verbinden
- mit dem Preis werden Sie sozusagen in die Pflicht genommen - Ihre Arbeit fortzusetzen.
Nur wenn alle unsere Umwelt so fürsorglich und pfleglich behandeln, dass sie intakt bleibt, werden wir gemeinsam eine Zukunft haben.


Roding, 20. Januar 2000

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